Das leichte Haus. Utopie und Realität der Membranarchitektur, Spector Books, Leipzig 2015


Die Einheit von künstlerischer und technischer Moderne hat Hugo Junkers in einem überraschenden Projekt in die Tat umgesetzt: Der berühmte Konstrukteur der Metallflugzeuge experimentiert seit 1927 mit Metallhäusern, – und der Bauhausschüler Siegfried Ebeling („Der Raum als Membran“) spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein großes Kapitel deutscher Leichtbaugeschichte. [Weitere Produktdetails]
Das leichte Haus. Utopie und Realität der Membranarchitektur, Spector Books, Leipzig 2015
Im Zentrum dieser Publikation stehen die faszinierenden Metallhausexperimente, die Hugo Junkers von 1927 bis 1935 in Dessau und München durchgeführt hat. Intensiv daran beteiligt war der Bauhausschüler Siegfried Ebeling, der in Dessau 1926 mit der utopischen Schrift „Der Raum als Membran“ hervorgetreten war. Der in der deutschen Architekturgeschichte revolutionärste Versuch, mit einem Metallhaus in eine neue Ära des „technischen Hauses“ einzutreten, führte in Dessau zu einer eindrucksvollen Reihe von Metallhausbauten und zu ebenso vielen Patentanmeldungen, die von der Metallwand bis zur Lichtlenkung reichen. Endlich werden in diesem Zusammenhang auch die Tagebücher von Hugo Junkers ausführlich dokumentiert, in denen seine Auseinandersetzung mit der technisch-künstlerischen Moderne zum Vorschein kommt. Die Metallhäuser der Junkers Werke bilden in der Geschichte des deutschen Leichtbaus eine Brücke zwischen den Utopien der „Gläsernen Kette“ nach dem Ersten Weltkrieg und der Realisierung des Leichtbaus durch Frei Otto seit den 1960er Jahren. Seine großen Zelt- und Schalenbauten in Montreal 1966, München 1972 und Mannheim 1975 zählen zu den Höhepunkten dieser Leichtbauweise. Interviews mit den daran Beteiligten erhellen noch einmal die Zeit, in der Seifenhäute vorwegnahmen, was dann leichte Konstruktion wurde. In dem Buch wird eine zweite Linie der Moderne erkennbar, die nicht nur eine technisch, sondern auch biomorph konzipierte Bauweise, dem Membranbegriff im weiteren Sinne folgend, entwickelt hat. Sie hat zu einem neuen Denken in der Architektur geführt, das sich den energetischen, klimatischen, ja kosmischen Herausforderungen des Bauens stellt.

Dr. Walter Scheiffele (1946)

Kultur- und Designhistoriker
Studium an der Akademie für das Graphische Gewerbe München und am Institut für Umweltplanung Ulm. Wissenschaftlicher Assistent an der HdK Berlin, Fachgebiet Industrial Design. Studien zur Alltags- und Industriekultur am Institut für Theorie und Geschichte von Bau, Raum, Alltagskultur. Promotion an der Universität Bremen über „Wilhelm Wagenfeld und die moderne Glasindustrie“. Lehraufträge an der Kunsthochschule Halle, Gastprofessuren für Designtheorie und Designgeschichte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und an der Universität der Künste Berlin. Zur Zeit Lehrender im Masterstudiengang der UdK/CAA Hangzhou. Ausstellungen und Publikationen zur Kultur- und Designgeschichte der Moderne

Weitere Publikationen
-) Wilhelm Wagenfeld und die moderne Glasindustrie, Verlag Gerd Hatje, Stuttgart 1994
-) „bauhaus, junkers, sozialdemokratie. ein kraftfeld der moderne“, Verlag form+zweck, Berlin 2005
-) Bauhaus Dessau: Das Gebäude. Architektur und Zeitgeschichte der Moderne, Anhaltische Verlagsgesellschaft, Dessau 1998
-) Schott und die Burg. Die Burg Giebichensteiner Entwürfe für Jenaer Glas 1925-1005, zus. Mit Hubert Kittel u. Angelika Steinmetz-Oppelland, Weimar 2006
-) The Digital Turn. Design in the Era of Interactive Technologies, hg. zus. mit Barbara Junge, Zane Berzina, Wim Westerveld, Carola Zwick, elab in der Kunsthochschule Berlin Weißensee 2012
-) Karl Mey und Wilhelm Wagenfeld. Industrie- und Designstrategie 1935 bis 1939, Verlag form+zweck, Berlin 1916
Spezifikation
Buchdetails
  • Sprache: Deutsch
  • Gestaltung: Ludovic Balland Typography Cabinet, Basel
  • Autor: Dr. Walter Scheiffele
  • Erscheinungsjahr: 2015
  • Seitenzahl: 394
  • Auflage: Erste Auflage
  • Verlag: Spector Books

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